Glück in der Neurobiologie

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Unser Gehirn ist ein besonders interessantes Organ. Es ist das einzige Organ bei dem wir lieber Spender als Empfänger wären, wie der deutsche Neurowissenschaftler Manfred Spitzer sagt. Einerseits ist sein Aufbau einigermaßen trivial. Es besteht aus rund 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) die ihrerseits wieder mit bis zu 5000 anderen Neuronen über zumeist chemische Schaltstellen (Synapsen) verbunden sind. Dazu kommt eine Vielzahl von chemischen Übertragungsstoffen (Neurotransmittern) und ein strukturierter Aufbau. Einzelne Nervenzellen sind mit anderen zu Knoten zusammengeschlossen (Nuclei Ez. Nucleus). Insgesamt haben sich in den zwei Gehirnhälften die über den Balken miteinander verbunden sind diverse Strukturen evolutionär herausgebildet. Vereinfacht kann man sagen, dass je weiter außen eine Region liegt umso evolutionär „neuer“ ist sie. Dabei interagieren die Regionen miteinander. Das emotionale Erleben entsteht aus dem Zusammenspiel der Strukturen des Mittelhirns, die oft als limbisches System bezeichnet werden und Regionen der Großhirnrinde. Eine besondere Bedeutung kommt da der evolutionär neuesten Struktur im Stirnhirn zu, dem Präfrontalcortex (PFC). Im Mittelhirn ist vor allem der Nucleus accumbens erwähnenswert, der eine wichtige Struktur im Belohnungssystem darstellt.

Jedes Neuron überträgt elektrische Impulse entlang seiner „Leitungen“ zu anderen Nervenzellen (Axon und Dendriten), an des Schaltstellen (Synapsen) werden, angeregt durch den elektrischen Strom chemische Botenstoffe freigesetzt (Neurotransmitter), die jeweils spezifische Wirkungen auf das nächste Neuron haben. Sie regen dieses entweder ebenfalls dazu an eine elektrische Ladung zu generieren, das Aktionspotential, oder sie hemmen diesen Prozess. Das Neuron bildet also eine Art Summenfunktion aller eingehenden Reize und „feuert“ dann seinerseits oder eben nicht. All unser Erleben, unser Denken und Handeln beruht auf dieser neuronalen Aktivität. All dies beruht auf diesen neuronalen Erregungsmuster in unserem Gehirn. Ein Gedanke, eine Vorstellung, eine Handlung entspricht also einem Muster von elektrischer Verteilung in unserem Gehirn. Um hier einem materialistischen Missverständnis vorzubeugen. Unser Erleben IST nicht dieses Erregungsmuster, sondern ein emergenter Prozess einer anderen Qualität. Es beruht aber auf diesem biologischen Korrelat. Während jahrzehntelang die Psychologie im Behaviorismus, dem fundamentalen Irrtum unterlegen ist, dass die relevanten Informationen nur jene währen, die extern beobachtbar sind, hat schon Wittgenstein treffend festgestellt, dass, selbst wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. (TLP 6,52).

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Botenstoffe die mit Glückserleben verbunden sind

Einige Botenstoffe sind besonders mit dem Glückserleben verbunden.

  • Dopamin
  • Serotonin
  • Oxytocin

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