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Eier

Frohe Ostern! Schon Eier versteckt oder gesucht? Eier sind eine wunderbare Sache. Sie beschützen junges Leben vor einer feindlichen Umwelt bis das Tier alt genug ist um die Schale zu durchbrechen und sich den neuen Herausforderungen zu stellen.  Der Mensch kommt ohne Schale auf die Welt. Beschützt wird der junge Mensch von seinen Eltern und seinem sozialen Umfeld. Er ist wohl das einzige Tier, dass im Bestreben sich vor Veränderung und Leid zu schützen, im Verlauf des Lebens eine unsichtbare Schale aufbaut. Veränderung und Leid sind aber jene Umstände des Lebens die uns wachsen lassen. Doch wer in einer festen, harten Schale sitzt braucht ja wohl auch kein Wachstum, oder? Man ist sicher vor Veränderungen und Emotionen die über Gebühr um das beschauliche Maß des Mittelmaßes schwanken.

Nur zum Beispiel zu Ostern ist es auch für Eier gefährlich, denn auch innerhalb der Schale ist es nicht sicher.

In diesem Sinne überleg ob nicht gerade jetzt eine gute Zeit ist sich von der Schale zu trennen.

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Gutmenschen

Für alle jene die mich kennen und jene die mich noch kennenlernen werden muss ich auf Anraten meines Freundes und Kollegen Thomas Weinberger (Beschwerden also an ihn) einen Begriff den ich verwende erklären. Noch dazu weil er von einer politischen Fraktion geklaut wurde der ich ungefähr so nahe stehe wie der Papst einem Swingerclub. Es handelt sich um den begriff “Gutmensch”. Gutmenschen sind bei mir so ungefähr das Gegenteil von guten Menschen. Es beschreibt nicht die Menschen mit sozialen Anliegen die medial von besagter Partei und deren Anhängern aufgrund Kalkül oder simpler Dummheit verunglimpft werden wenn es opportun erscheint. Es handelt sich um Menschen die sich für gut, gewaltfrei, und vor allem im Besitz der Wahrheit halten. Sehr oft sind diese Eigenschaften gepaart mit einem hohen aber unterschwelligen Aggressionspotential und einer Missionierungsidee.

Wenn man von sich meint, als einziger DIE Wahrheit zu kennen ist es durchwegs plausibel andere diese nahe zu bringen und wenn es sein muss zu deren Schutz auch mit Gewalt. Dieser seltsame Zwiespalt in der Einstellung zur Gewalt äußert sich in der Ablehnung von Macht, Globalverurteilung von Mächtigen in dem Verkennen, dass Macht nicht immanent böse ist sonder lediglich die Möglichkeit zur Umsetzung von Ideen dient. Je nach den zugrundeliegenden Ideen ist dann der Machtgebrauch zu bewerten. Ganz nach dem Gebet eines Kindes: “Lieber Gott! Mach die Menschen gut!…achja und lieber Gott, bitte mach die guten Menschen dann auch mächtig!”. Gutmenschen verurteilen Macht und wenden sie nur anonym in der Gruppe an. Nun ist niemand gerne “machtlos” und JEDER Mensch setzt sinnvollerweise Gewalt ein wenn die Motivation groß genug ist (Nur Jesus nicht aber wir wissen was ihm das eingebracht hat). So sind diese Personen in einer Zwickmühle. Der absolute Zugang zu wesentlichen Fragen des Lebens erlaubt keine Unterscheidungen, keine Grautöne, keine kontextspezifischen Handlungen. So wirken sie nach außen oft nicht besonders authentisch. Sie organisieren sich in Zirkeln von ähnlich denkenden, wenn überhaupt. Oft leiden sie an dem “Unverständnis” der Menschen, die partout ihre Wahrheit nicht übernehmen wollen.

Was macht man also wenn man der Welt unterschwellig sein Wertesystem aufzwingen will? Am besten wird man “Berater”. Unter dem Deckmantel der “Wertschätzung” und mit den vermittelten Tools kann man seine Botschaft effizient verbreiten, Menschen manipulieren (obwohl alleine der Begriff der Manipulation schon einen Aufschrei nach einem Exorzisten verursacht). Das Spektrum der Interventionen ist stark beschränkt, weil “MAN ja viele Dinge einfach nicht machen kann”. Die eigene Ethik verbietet dann auch für den Klienten nützliche Interventionen und pragmatisch wird man erst wenn es um das eigene rigide Wertesystem geht. Dann heiligt plötzlich der Zweck die Mittel.

Die Weisheit des Menschen endet dort wo er aufhört sich in Frage zu stellen. Der Sinn eines Wertesystems endet dort wo man aufhört es in Anwendung auf einen  konkreten Einzelfall zu überdenken. Es ist nicht schlimm Menschen in Schubladen zu stecken, das halte ich für menschlich. Sie dort nicht mehr herauszulassen obwohl man neue Informationen hat ist aber bedenklich.

Was ist in diesem Zusammenhang die Aufgabe von Ausbildungsinstituten, die solche Berater “produzieren”? Welche Ethik wäre dafür wohl angebracht? Ich finde das ist eine spannende Frage!

(Anmerkung 26.10.2013: Aufgrund der Anregung einer Kollegin und um mich deutlich von der weitrechten Flanke abzugrenzen, nenne ich VertreterInnen dieser Gruppe neuerding Selbergstrickte)

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Die erste Frage


Im Buch “Fish!” (von Stephen C. Lundin, Harry Paul, John Christensen, und Ken Blanchard) hängt an einem Tag an der Tür zum Eingang eines Büros in einer Firma ein Plakat. Drauf sind zwei Smileys zu sehen. Einer lacht der andere ist traurig. Darunter steht: "Es ist DEINE Entscheidung!” Ich arbeite mit “Glück”. Ein wunderbarer Job (meistens)! Ich lese Studien, Bücher, halte Seminare und Vorträge, coache und arbeite mit Schülern und Lehrern. Es ist nachgewiesen dass glückliche Menschen viele positive Effekte erwarten können. Sie leben länger, sind gesünder, effektiver. Neben all dem weiß doch jeder von uns, dass es einfach mehr Spaß macht glücklich zu sein.

Wissenschaftler sind nun der Meinung, dass ein wesentlicher Teil unsere “Fähigkeit zur Glück” angeboren ist und nur sehr wenig wirklich von äußeren Umständen abhängt. Sonja Lyubomisky von  der University of California spricht von 40%  die wir selber bestimmen können. Unsere Einstellungen und Glaubenssätze bestimmen also diesen wesentlichen Teil und diese können wir uns aussuchen.

Körper, Gefühle und Bewusstsein hängen untrennbar zusammen. Wir sind unseren Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert. Man kann durch Haltung und Mimik die eigene Stimmung steuern. Man kann durch Gedanken Gefühle entstehen lassen oder diese verändern. All das weiß jeder von uns.

Die erste Frage die wir beantworten müssen ist also jene die das Plakat in Fish! anregt. Willst du glücklich sein? Die Antwort ist nicht ganz so einfach wie es scheint! Negative Gefühle wie Ärger, Zorn, Wut und Angst machen durchwegs Sinn. Man könnte als nun denken, dass wenn ich mich dafür entscheide glücklich zu sein, das Glas halbvoll statt halbleer zu sehen, die negativen Gefühle  “verdrängt” werden und irgendwo heimlich lauern um später umso fester zuzuschlagen. Ich habe im Coaching sehr oft mit negativen Gefühlen zu tun.  Manchmal werden Menschen von ihrer Angst vor realen Bedrohungen gewarnt, manchmal stellt Ärger und Zorn eine unglaubliche Energiequelle für notwendige Handlungen dar. Das sind dann wunderbare, nützliche Gefühle. Manchmal eben nicht!

Als Menschen haben wir die Möglichkeit unsere Gefühle zu reflektieren. Wir können sie bewusst wahrnehmen und wir können auf sie Einfluss nehmen. Wenn wir glücklich sein wollen, können wir das in den meisten Fällen auch. Rezepte dafür gibt es seit vielen tausend Jahren. Welche wir uns aussuchen, welche für uns jeweils am besten funktionieren können wir wieder selbst bestimmen. Glück lernt man wie alles andere! Man entscheidet sich dafür (wissentlich oder unwissentlich) und dann laufende Übung. Übungen in Achtsamkeit, in Lust, in Dankbarkeit in Altruismus, in Spiritualität. Im Wesentlichen ist es aber eine Übung in  einer Sicht der Welt.

Vor kurzer Zeit habe ich einer Freundin gesagt:”Ich kann nicht dorthin gehen wo du (in Gedanken) bist, denn ich würde dort etwas anderes sehen als du.” Für mich ist es manchmal wunderbar wenn die Sonne scheint, es nach Frühling riecht und ein erster lauer Wind leicht weht.” Natürlich kann ich mir auch zur genau derselben Zeit Sorgen um meinen Job machen,  der langweilig ist oder daran denken, dass erst letztes Jahr mein Freund mit mir Schluss gemacht hat. Ich wette ich würde die Sonne und den Wind nicht bemerken.

Die erste Frage bleibt: “Will ich glücklich sein?”

Wenn ihr von Herzen JA! sagt, dann braucht ihr nur noch eines tun: ÜBEN.
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Ein unbekannter Held..



Joe Smith ist tot! Er starb am Tag vor Allerheiligen an Magenkrebs. Er hat vielen, vielen tausend Menschen das Leben gerettet. Bei seinem Begräbnis waren 5 Leute.

Sie kennen Joe Smith nicht? Das wundert mich nicht. Kaum jemand kannte ihn. Er war ein echter Held und nicht einmal er wusste das. Joe war in der amerikanischen Verwaltung beschäftigt. Er war unter anderem für die Sicherheit von Flugzeugen verantwortlich. 2001 erreichte er einen Erlass, der Flugunternehmen zwang kugelsichere Cockpittüren in die Maschinen einzubauen und diese während des gesamten Fluges versperrt zu halten. Die Fluglinien wurden damit mit großen Zusatzkosten belastet und stiegen zusammen mit Vertretern des Flugpersonals auf die Barrikaden. Obwohl der Erlass nicht zurückgenommen wurde, verlor Joe seinen Job. Er arbeitete sehr gerne und nach der Kündigung ging es mit ihm bergab. Nun ist er tot.

Was allerdings niemand weiß ist, dass es durch den Einbau der kugelsicheren Türen nicht zu den Flugzeugentführungen am 11.September  kam, keine Passagiermaschinen in das WTC krachten, tausende Amerikaner an diesem Tag ihr Leben behielten, es keine Begründung für den Irak-Krieg gab und der “Krieg gegen den Terror “ so nie begonnen wurde. Wir alle verdanken Joe Smith sehr viel. Echte Helden bleiben für immer unbekannt. Wer weiß an welchen Gräbern ihr alle vorbeigegangen seid.

(Eine Idee aus dem Buch “Der schwarze Schwan”)

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Menschlich, weil blöd genug.

Noch ein Nachtrag zu einer (für mich) interessanten Antwort von Manfred Spitzer auf die frage wie es zum sogenannten Savant-Syndrom kommt. Viele von ihnen kennen den Film “Rainman” mit Dustin Hofmann in der Hauptrolle. Er spielt darin einen Charakter der von Kim Peek inspiriert ist, einem Menschen mit einem wahrlich beeindruckenden Erinnerungsvermögen. Er merkt sich den Inhalte jeden Buches exakt und kann zu jedem Datum den Wochentag angeben sowie einiger weiterer bemerkenswerter weiterer Fähigkeiten. Tolle Sache, doch leider hat das einen Haken. Kim ist behindert. Wie im Film grandios dargestellt hat Kim sehr große Schwierigkeiten sich in unserer Welt zurechtzufinden. Kurz gesagt kann er zwar diverse Lexika auswendig doch nicht alleine über die Straße gehen.

Wie kommt das? Die Frage nach diesen geistigen “Superfähigkeiten” hat mich immer fasziniert, insbesondere da manche davon spontan auftreten. Manfred Spitzer gab eine mögliche Erklärung: In den Gehirnen der Superbegabten sind in einigen Bereichen, in einigen Modulen, die besondere Aufgaben haben ZUVIELE Nervenzellen. Zu viele Neuronen? Klingt wie zu viel Glück, zu viel Sex zu viel gute Laune, h´gibt es das? Ist es nicht gut ein großes, gut vernetztes Gehirn zu haben? Scheinbar nicht wenn sie sich einfach in unserer komplexen Welt zurechtfinden wollen. In diesen Modulen sind einzelne Nervenzellen einfach ausgedrückt jeweils für eine Information zuständig. Veranschaulichen wir das an einem Beispiel. Sie wissen was ein Tisch ist. Woher wissen sie das? Was macht das Konzept eines Tisches aus? Es gibt sie aus unterschiedlichen Materialien, in unterschiedlichen Formen….um mit Platon zu sprechen: Was ist die “Idee eines Tisches”? Wenn wir nun in unserem Gehirn für jede mögliche Form und Art eines Tisches ein Neuron hätten bräuchten wir diese Idee nicht. Wir hätten genug Platz für alle Einzelinformationen zum Thema Tisch und unser Gehirn wäre nicht gezwungen aus diesen einzelnen Bruchstücken ein Gesamtkonzept “Tisch” zu erzeugen um damit der übergroßen Anzahl Herr/Frau zu werden (<- mein heutiger Beitrag zum Gender Mainstreaming).  Wir werden also lebensfähig weil wir zu dumm sind mit allen Einzelinformationen umzugehen und unser Gehirn gezwungen ist ein übergeordnetes System zur Reduktion der Komplexität zu etablieren. Wir kommen mit der Umwelt zurecht, weil wir zu dumm sind um sie zu erfassen.

Ich finde das lustig. Wenn ich also wieder über die Dummheit von sagen wir…Politikern schimpfe werde ich daran denken.

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Der freie Wille

Vor einiger Zeit machten Veröffentlichungen die Runde, dass nicht wir handeln sondern unser Gehirn. Klingt seltsam wurde aber so kolportiert. Einige Millisekunden bevor wir uns einer Handlung bewusst werden, gibt es bereits Signale im einem Teil des Gehirns, das für die Vorbereitung von Bewegungen zuständig ist, im prämotorischen Kortex. Der Schluss den einige Wissenschaftler zogen und ziehen ist der Versuch eine der großen, alten Fragen der Philosophie zu beantworten. Hat der Mensch einen freien Willen? Die Antwort der Neurowissenschaftler war ein klares “Nein”. Wenn unser Gehirn Dinge tut, die wir noch gar nicht wissen, haben wir auch keine Entscheidungsfreiheit. Wir rationalisieren nur unsere Handlungen im Nachhinein und bilden uns ein das gewollt zu haben was wir gesagt oder getan haben. Unser Bewusstsein ist also nichts anderes als ein großer Geschichtenerzähler.

Gestern Abend hatte ich nun das Privileg an einer Abendveranstaltung mit einem von mir sehr geschätzten Neurowissenschaftler teilzunehmen, Prof. DrDr. Manfred Spitzer. Ein Mann dessen Bücher einerseits lehrreich und andererseits auch unterhaltsam zu lesen sind. Eine Kombination die leider recht selten anzutreffen ist. Er wurde mit dem Sachverhalt und der Frage konfrontiert. Seine Antwort lautet: “Also erst mal beweist das Experiment nur, dass wir nicht zu dem Zeitpunkt denken an dem wir glauben zu denken, sonst gar nichts”. Es ist schön wenn man von jemandem dessen Kompetenz man schätzt Zustimmung zu den eigenen Überlegungen erfährt. Schon die Trennung zwischen “ICH” und “mein Gehirn” ist eine virtuelle, denn unzweifelhaft ist unser Gehirn doch jenes Organ das Ich” ist oder enthält. Ist ICH nur das Bewusstsein? Wir wissen längst dass unbewusste Vorgänge im Gehirn maßgeblich unser Verhalten bestimmen. Die Frage nach dem freien Willen kann also unmöglich bedeuten ob wir ALLE unsere Handlungen IMMER kontrollieren können, denn das wäre tatsächlich mit einem NEIN! zu beantworten. Die Frage ist dann genauso schwierig wie jene nach der Hanne und dem Ei (die extrem simpel ist).

Haben wir also einen Einfluss auf unsere Handlungen? Können wir tatsächlich frei entscheiden? Probieren Sie es aus! Haben Sie einen Stift in Ihrer Nähe? Entscheiden Sie jetzt ob sie ihn in die Hand nehmen oder nicht! Also? Keine Ahnung was sie getan haben, jedenfalls haben sie eine Entscheidung getroffen. Basiert diese Entscheidung auf der Ausstattung ihres Gehirns das gerade eben in gerade eben dieser Konstellation in ihrem Kopf war? Natürlich! Mittlerweile ist ihr Gehirn aber schon wieder anders. Es hat sich schon durch diese eine Entscheidung verändert und niemand kann sicher vorhersehen was sie wohl beim nächsten mal tun, denn es wird wieder ihre Entscheidung sein. Ihr Gehirn ist wohl die “nicht-trivialste Maschine” nach Heinz von Förster die existiert. Das Maß an Komplexität gepaart mit der Möglichkeit der dynamischen Veränderung macht es prinzipiell unmöglich Vorhersagen zu treffen, der Ausgang unserer Entscheidungen ist als ungewiss. Wir glauben daher an den freien Willen. und die Neurowissenschaften werden diese Frage nie beantworten können. Ein weiser Mann sagte einmal: “Man kann den Kopf aufschneiden und jede einzelne Zelle untersuchen und man wird trotzdem nicht das wunderschöne Bild eines blauen Himmels im Frühling entdecken.”.

Es gibt Fragen die unsere modernste Religion, die Naturwissenschaft,  versucht zu beantworten, doch für diese ist sie ungeeignet. Ich bin begeistert von den Fortschritten und Erklärungsmodellen die vor allem die Neurowissenschaften in den letzten Dekaden erreicht haben. Doch am Ende halte ich es mit Ludwig Wittgenstein der in seinem Tractatus schreibt: “Wir fühlen, dass selbst wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch nicht einmal berührt sind.” Trotzdem macht es Sinn nach Antworten zu suchen.

Wenn ich nicht ich wäre wäre ich gerne Roy Orbison sagte Elvis einmal. Wenn ich nicht ich wäre wäre ich gerne Manfred Spitzer, allerdings würde ich gerne mein Aussehen behalten. In diesem Sinne empfehle ich ihnen lieber Leser seine Bücher.

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Die Hoffnung stirbt zuletzt




Ich möchte vorausschicken, dass ich Frauen zutiefst verehre. Im Allgemeinen als “weibliches Prinzip” und im speziellen in diesen wunderbaren speziellen Ausprägungen der Damen, die ich die Ehre habe zu kennen. Doch eines verstehe ich trotz allem Interesse und Jahrzehnten des Studiums nicht. Warum wollen Frauen Männer? Welche seltsamen Selektionsmechanismen haben Frauen im Bezug auf die sexuelle Zielgruppe und warum sind sie so oft enttäuscht wenn die unerfüllbaren Anforderungen sich als eben das herausstellen.

Ich sitze also letztens mit einer Freundin in einem amerikanischen Supermarktkaffee in Wien und plaudere darüber wie jener Mann sein soll mit dem sie schlussendlich ihr Leben teilen will. Die Beschreibung ist auf den ersten Blick einsichtig. Er soll zuerst einmal äußerlich entsprechen, also groß, dunkelhaarig, sportlich sein. Also der südländische Typ von einem “echten Mann”. (Was sofort dazu führt dass ich aus der Zielgruppe ausgeschieden bin, da ich eher der nördliche Vertreter eines “echten Mannes”  [Eigendefinition] bin). Neben den äußerlichen Vorzügen muss er natürlich intelligent, gebildet, humorvoll, verständnisvoll, treu und  SINGLE sein. Diese Definition hat sofort Gusto auf ein vegetarischen Schweinsschnitzel vom Kalb gemacht bzw. an einen Film mit Brandon Frazer erinnert, in dem er nach 20 Jahren, die er in einem Atombunker zugebracht hat, in den sich seine Eltern zurückgezogen hatten, wieder in unsere moderne Zivilisation zurückkehrt, bar aller Einflüsse von Außen, vor allem von FRAUEN.

Mädels! Bitte! Ein Mindestmaß an Realismus! Jemand der so aussieht hat auch nur 24 Stunden am Tag Zeit! Trotz allen Methoden der Selbstsuggestion usw. ist es mir ohne Training NICHT gelungen meinen Bauch in ein Six-pack zu verwandeln. Ich habe im Gegensatz dazu mehrere Six-Packs in Bauch verwandelt. Jemand der jeden Tag Sport betreibt bzw. in der Kraftkammer schwitzt, liest dort nicht Lessing oder Proust! Der hat wenig Zeit für Oper und Theater. Nun schließen einander Bildung und Sport nicht völlig aus, aber neben der genetischen Prädisposition, streiten beide Bereiche um die enge Ressource ZEIT. Ist Frau dann bereit entsprechende Abstriche zu machen (zum Beispiel einen arbeitslosen Bohemian zu lieben, der während der Arbeitszeit einem dieser Bereiche nachgeht…z.B. Personal Trainer), stellt sich schnell die Frage, wie es mit der Treue und der Ehrlichkeit bestellt ist und vor allem der conditia sine qua non dem Singledasein. Wir haben also einen Mann auf der freien Wildbahn der äußerlich ein Adonis und innerlich eine Mischung zwischen Einstein und Strolchi ist. Wie lebt so jemand, wie wächst so jemand auf? Im Gegensatz zu uns Durchschnittsmännern, die mit Kreativität und Charme das Interesse und die Zuneigung von interessanten Frauen im besten Sinne erWERBEN müssen, fallen diesem Apoll die verführerischen Angebote von Frauen in den Schoß, deren bloßer Anblick beim Normalsterblichen den Blutdruck auf das Niveau eines Schnellkochtopfs anhebt. WARUM sollte eine Mann unter diesen Bedingungen treu bleiben (können). Wenn die Idee der Evolutionsbiologie zutrifft und wir an der Erhaltung der Art interessiert sind, an einer Verbreitung unseres Genmaterials, wenn Darwin ansatzweise recht hatte und der Bestangepaßte überlebt, dann wäre das doch in unserem Beispiel dieser Übermensch.

Nun kann es natürlich sein, das meine geschätzte Leserin das weibliche Gegenstück zu dem beschriebenen Ausnahmemann ist. In diesem Fall hoffe ich dass der Sex trotzdem gut wird, weil ihr beide musstet euch ja bisher wirklich nicht besonders anstrengen.

Ich hoffe ich habe mit diesen Ausführungen beweisen können dass die Anforderungen die (viele) Frauen an Männer stellen paradox und jedenfalls überhöht sind, also keinesfalls zu einem gesteigerten Glücksniveau führen können. Dementsprechend stehe ich dazu der größte “Lieb-Haber” aller Zeiten zu sein. Nicht nach quantitativen, sondern nach qualitativen Maßstäben!

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Recht und Gerechtigkeit

Ein Freund hat mir erzählt, dass am Beginn seines Studiums der Rechtswissenschaften, klargemacht wurde, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem positiven Recht und dem abstrakten Begriff der Gerechtigkeit gibt. Gegenstand der Juristerei ist es nicht, Gesetze zu hinterfragen sondern mit diesen zu arbeiten. Offensichtlich sitzen Kollegen meines Freundes in vielen Positionen der Verwaltung und Wirtschaft. Nur so ist es zu erklären, dass die Bundesfinanzagentur statt der Aufgabe den Kassabestand der Republik zu halten und sicherzustellen, dass der Staat jedenfalls zahlungsfähig ist, es als nötig erachtet hat zusätzliche Mittel aufzunehmen um damit riskante Spekulationsgeschäfte zu betreiben. Nun kann man ja meinen, dass dem ein guter Vorsatz zugrunde liegt. Befremdlich allerdings ist die Rechtfertigung. So erklärt der Finanzminister es sei kein Grund für Angriffe, denn es wurde ja kein Gesetz gebrochen. Offensichtlich ist es nur falsch ein Gesetz zu brechen, zusätzliche moralische oder gar politische Verantwortung scheint es nicht zu geben. Vielleicht sollten wir auch die Pflicht zur Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft per Gesetz verordnen, damit die Menschen umfassend über „richtig“ und „falsch“ informiert werden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in vielen Bereichen der Politik und Wirtschaft viele Dinge passieren die legal sind und trotzdem falsch. So ist es legal in einem Insolvenzfall als Bank über den Wert von Sicherheiten zu lügen und so andere Gläubiger zu betrügen. Es gibt einen Grund warum das Finanzsystem zusammengebrochen ist und jetzt der erste Bereich der trotz Krise wieder satte Gewinne einfährt, während alle andern noch leiden. Es wird auch Gründe geben warum kaum jemand an einer Reform des maroden Systems interessiert zu sein scheint und weiter Spekulation, Derivatehandel und andere Arten des institutionalisierten Glücksspiels fröhlich Urständ feiern. Die nächste Krise steht fest bevor die eigentliche „Wirtschaft“ aus der jetzigen heraussen ist. Der Staat hat die Wirtschaftskompetenz längst abgegeben. Auch das ist ja nicht gegen das Gesetz, oder?

Ich gehe jetzt ins Wochenende, denn was wären die großen Erfolge (der Banken und Politiker) ohne die kleinen von denen sie schlussendlich parasitär profitieren.

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Herr in unserem Haus..

Manfred Spitzer beschreibt in seinem Buch „Vom Sinn des Lebens“ mannigfaltige Vorgänge die ein Mensch durchführt, deren er sich nicht bewusst ist. Der Großteil unseres Handelns ist unbewusst. All das ist neurobiologisch in hunderten Studien nachgewiesen. Unsere Vorurteile und das Nachahmen von Gesichtszügen, die Übernahme von Sprachtempo und –farbe, Reaktionen beim Autofahren und vieles mehr. Selbst unsere Gefühle unterliegen nicht (immer) unserer bewussten Kontrolle. Bedeutet das aber nun das wir von unserem unergründlichen Unbewusstem gesteuert werden? Haben wir tatsächlich keine „Willensfreiheit“ wie Neurobiologen meinen erkannt zu haben. Ist unser Leben tatsächlich nur eine rückwirkende Rechtfertigung und nicht eine aktive Planung? Manchmal wird es so sein. Doch wenn wir sagen WIR sind nicht Herr in unserem Haus, wer ist denn dieses WIR? Unser Unbewusstes unser Gehirn in all seiner Komplexität. Hat denn irgendwer bestritten, dass zu dem ICH auch all diese unbewussten Anteile dazugehören? Sind wir nicht auch geprägt von all den Erlebnissen und genetischen Bestimmungen? Hat irgendwer ernsthaft behauptet das ICH ist abgetrennt von unserer physiologischer Konstitution? Wenn ja glaube ich dass dieser jemand unrecht hat. Es mag eine Seele geben die unabhängig von unserem Gehirn existiert. Der Versuch der Naturwissenschaft diese Frage zu beantworten ist ebenso ein Kategorienfehler wie der Versuch eines Gottesbeweises.  Ebenso kann ich einen Schraubendreher als Mittel eines Beweisversuchs für die Existenz derselben Fragen nutzen und werde scheitern.

Allen angegebenen Fällen von Manfred Spitzer ist nämlich eines gemeinsam. Lenke ich meine bewusste Aufmerksamkeit auf eines der Phänomene, bin ich in der Lage das unbewusste Verhalten zu korrigieren. Ich muss nicht mehr meinen Vorurteilen nachgeben, keine Mimik kopieren, nicht unfreundlich sein nur weil ich „unfreundliche“ Worte vorgesetzt bekommen habe. Ich kann mich entscheiden. Selbstverständlich basiert diese Entscheidung jetzt WIEDER auf Funktionen meines eigenen Gehirns. Dem wohl komplexesten Gebilde im Universum. Viele Millionen unterschiedlicher Einflüsse führen dann in einem Muster mit einmaligem Ausgang zu einem Gedanken, einer Handlung. All das ist uns WIEDER nicht bewusst. Schlussendlich lenke aber ich mein Auto und nicht umgekehrt, auch wenn fast alle Prozesse in diesem mittlerweile hochtechnischen Gebilde automatisch ablaufen. Manchmal bremst immer noch der Fahrer.

Anmerkung: Das Buch ist wie alle Bücher von Manfred Spitzer sehr empfehlenswert.

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Vom Wollen und der Zufriedenheit

Eine Frage die ich mir selber öfter stelle und die in unseren Glücksseminaren oft gefragt wird ist inwieweit zufriedene Menschen noch wollen. In östlichen Anschauungen ist das leben Leid, dass durch das begehren verursacht wird. Also logischen Konsequenz endet also mit „Loslassen“ des Begehrens auch das Leid. Ein zufriedener Mensch ist also jemand der nicht leidet weil er nicht begehrt. Zufriedenheit wird von uns als eine der vier Arten des Glücks genannt, als eine positiv kognitive Bewertung der aktuellen Lebenssituation.

Bleiben wir in diesem Zusammenhang im Osten beim Buddhismus. Als Siddharta zum Buddha erwacht ist, hat er es nicht vorgezogen diese Welt mit all ihren Problemen zu verlassen. Er WOLLTE bleiben um anderen diese Erfahrung auch zugänglich zu machen. Zufriedenheit und Erleuchtung ist also für ihn nicht gleichbedeutend mit geistiger Stasis.

Es gibt außerdem selten „absolute“ Zufriedenheit. Die meisten glücklichen Menschen sind „eigentlich ganz zufrieden“. Ihr Status ist weit weg von dem erleuchteten Wesen des Buddha. Auf der Waagschale der persönlichen Bewertung wiegt einfach die Seite der Freude, des Wohlbefinden, des Glücks mehr als die andere Seite, denn das Leben ist nicht Leid. Zum Leben gehört auch Leid, wie auch zum Tag die Nacht gehört. Ohne dem EINEN kann es kein ANDERES geben, denn sonst würden wir das EINE nicht erkennen. Zum Leben gehört auch Liebe, Freude und all diese wunderschönen Dinge die wir unter dem Begriff Glück subsumieren.

Dem Wollen obliegt es jetzt das Ausmaß der Zufriedenheit zu erhöhen und den Zustand der Zufriedenheit zu verlängern. Zufriedenheit, und das ist der Kardinalfehler der Eingangsfragestellung, ist kein statischer Zustand. Es ist ein weiter Schritt von Zufriedenheit in der anfangs beschriebenen Bedeutung zur „Lebenszufriedenheit“. Auch ist das Wollen noch keine Begierde, denn diese ist ein Müssen, ein Zwang. Tatsächlich die Geißel des menschlichen Seins.

Ich bin mir sicher, dass ich noch auf meinem Sterbebett WILL und ich hoffe sehr dass ich trotzdem bei der Rückschau auf mein Leben sehr ZUFRIEDEN sein werde. Denn das ist mein Ziel hier auf dieser Welt zu dieser Zeit, mein WOLLEN hier und jetzt.

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Nicht anschlußfähig..

„Zuerst versucht ein Mensch seine Mutter zu retten, später seinen Freund/Freundin, wenn das auch nicht klappt wird er/sie Psychotherapeut“

Dieses Zitat deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen. Ein Bekannter von mir leidet an einer schweren Depression und hat nun nach langer Zeit als Patient beschlossen auf die andere Seite zu wechseln. Möglicherweise ist es ein Wahrnehmungsfehler, doch ich habe den Eindruck, dass gerade in der Branche der Therapeuten, Berater, Kommunikationstrainer ein hohes Maß an potentiellen Patienten zu finden ist.

Niklas Luhmann definiert als ein Kennzeichen von Kommunikation, dass sie „anschlußfähig“ sein muss. Es muss also gewährleistet sein, dass sie weitergeführt werden kann. Gerade das sind aber sehr viele „Spezialisten“ in diesem Bereich nicht. Ich habe in kurzer Frist Kontakt mit zwei Leitern von Instituten gehabt, die sich mit Kommunikation beschäftigen. Auf der einen Seite ein Trainer von dem ich sehr viel gelernt habe. Eine „One-Man-Show“ der die Verehrung des Publikums offensichtlich braucht und das Unternehmen und die Seminare um seine Person baut. Es ist nicht an mir das Geschäftsmodell zu kritisieren, das, solange er selbst verfügbar ist, sicher sensationell ist. Sehr wohl kritisiere ich, dass Zertifikate keinerlei praktischen Wert haben, dass viele Teilnehmer nicht entsprechend autonom die Seminare verlassen, dass die Ausbildung kaum bei einem anderen Institut angerechnet wird. Missverstehen sie mich nicht. Die Ausbildung ist gut, so gut wie sie in der begrenzten Zeit, die die Seminare dauern irgendwie machbar ist. Ich habe unglaublich viel gelernt, AUCH Dinge anders zu machen und mit vielen Teilen nicht einverstanden zu sein. Einem so guten Kommunikator sollte es doch möglich sein, trotz aller Positionierung am Markt NICHT mit so vielen im Streit zu liegen und im Interesse seines Unternehmens und vor allem der Teilnehmer nicht so viele Anlässe für Ausgrenzungen zu geben.

 

Der zweite Institutsleiter ist noch schlimmer. Wie wohl die Zertifikate der Ausbildungen hier wesentlich nützlicher sind, ist die Person selbst beliebt wie der Iranische Präsident. In einem halbstündigen Telefonat bezüglich Anrechnungen wurde auf jeden Anbieter und Teilnehmer im In- und Ausland geschimpft, dieser verunglimpft und abgewertet. In einer Hasstirade, die nicht zu unterbrechen war, wurde mitgeteilt, dass aufgrund der JEDEM überlegenen Qualitäten des eigenen Instituts natürlich nichts oder gerade das „Grüß Gott“ am Eingang angerechnet werden kann. Offensichtlich hat da jemand seine eigenen Kurse nicht besucht. Ich kann zwar die Qualität der Kurse nicht beurteilen, sehr wohl aber die Kommunikationsfähigkeit des besagten Herren. Würde er seine eigenen Prüfungen bestehen, spricht das wohl nicht für die so oft beschworene Güte derselben.

Was ist diesen beiden Personen, die unterschiedlicher nicht sein können, nun gemeinsam? Sie bilden die Extrempunkte eines Spektrums und sind Exponenten einer Branche die darum ringt messbare und reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen. Nicht anschlußfähige Kommunikatoren sind genauso kritisch zu sehen wie ein CSR (Cooperate Social Responsibility Report) bei der Bank Austria. Ich finde es sehr schade, dass dort wo tatsächlich ein Anfang gemacht werden kann, im positiveren Umgang der Menschen miteinander, darauf verzichtet wird und das eigene Ego auf Kosten anderer ausgiebig befriedigt wird. Die Welt braucht weniger Gurus und weniger Agitatoren und dafür mehr Krieger des Lichts.

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Differenzierung & Integration

Draw a distinction and a unviverse comes into being! G.S.Brown – Laws of Form

Verstehen sie die volle Bedeutung des Satzes aus dem Vorwort von Laws of Form? Aus was besteht das Universum? Die Antwort ist einfacher als man glauben möchte: Einfach alles besteht aus Unterscheidungen.

Machen wir dazu ein Experiment: Nehmen Sie ein Blatt Papier und falten Sie es mehrfach jeweils in die Hälfte. Schneidern sie dann aus der Mitte zwei Ecken ab, allerdings nur mit einem Schnitt, damit das Mittelteil erhalten bleibt. Sollten Sie mit Scherenschnitten keine Übung haben, ist das eine gute Gelegenheit nachzuholen was Sie als Kind hätten lernen sollen (Was haben Sie sonst noch versäumt?). Nun falten Sie das Blatt und das Mittelstück auseinander. Das Mittelstück sollte nun die Form eines Sterns haben. Nun zeigen Sie das Blatt mit dem sternförmigen Loch jemandem in ihrer Umgebung und fragen was er/sie sieht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit beschreibt dieser Mensch die Form des Lochs im Papier und antwortet “Ein Stern!”.  Selbiges machen Sie mit dem Mittelstück, und erhalten wahrscheinlich dieselbe Antwort. In dem Blatt das Sie verwendet haben und jedem anderen ist unter unendlich viel anderem auch der Stern enthalten. Sie können ihn nicht sehen, weil sie mit der Schere oder in ihrem Kopf die Unterscheidung noch nicht gemacht haben und damit der Stern lediglich zu einer Möglichkeit wird. Ja, ich weiß heute wird der Artikel wieder länger und etwas komplizierter.

Wenn wir weit genug hineinschauen in die Materie, weiter als irgendwer schauen kann, dann besteht das Universum aus kleinsten Energieteilchen die sich lediglich durch ihrer Häufigkeit in Raum und Zeit unterscheiden. Es ist recht einfach. Dort Unterscheidungen zu treffen ist gar nicht mehr einfach, ja eigentlich unmöglich lehrt die Quantenphysik. Verlassen wir nun den Mikrokosmos wieder und wenden uns dem menschlichen Sein zu. Wir leben also durch und in den Unterscheidungen die WIR treffen. Diese Entscheidungen helfen uns die Komplexität des Universums zu reduzieren. Wir unterscheiden willkürlich und benennen das Ergebnis dann. So ist Licht mit einer Wellenlänge von 700nm für uns “rot” und bei 450nm sagen wir “blau” dazu. Wie viele Unterscheidungen können wir in diesem Beispiel treffen? Richtig! Unendlich viele! Das wäre allerdings einfach sehr kompliziert! (Übrigens an dieser Stelle eine Nachricht an alle Frauen: Flieder und Malve sind BLUMEN und keine Farben ;) Wäre doch mühsam in einem Blumengeschäft eine Rose mit einer Reflexionswellenlänge von 700nm ordern und da wird es nur wenig besser wenn Sie “circa” dazu sagen. Probieren Sie es einmal!

Je weniger Abstufungen Sie treffen um so einfach wird es. Irgendwann unterscheiden Sie nur noch zwischen zwei Zuständen mit maximalem Kontrast, also nur noch zwischen “weiß” und “schwarz”. Sehr einfach! Doch wie viel Schönes verlieren Sie durch den Wegfall der anderen Möglichkeiten? Na klar. Wer würde schon die Welt darauf einschränken wollen? Naja ersetzen Sie “weiß” und “schwarz” durch Begriffe wie “gut” und “böse” und stellen Sie die Frage nochmals. Wie viel einfacher wird die Welt plötzlich! Sie können mit dieser eingeschränkten Weltsicht sogar amerikanischer Präsident werden! Wir haben es sehr gern möglichst einfach! Wir lieben es zu abstrahieren und bevorzugen einfach(st)e Antworten auf komplexe Fragen. Politische Agitation wie der Slogan einer rechtsgerichteten Partei im EU-Wahlkampf 2009 “Abendland in Christenhand!” ist der nicht zu widerlegende Beweis dafür dass die Anzahl der möglichen Unterscheidungen die manche Menschen zu treffen bereit sind, insbesondere wenn es um ethische Fragen geht genau 1 lautet. In Wirklichkeit gibt es nur eine richtige Antwort auf fast alle Fragen. Diese lautet: “Das kommt darauf an!”. Es ist also ein Maß für Weisheit wie viele Unterscheidungen man zu treffen in der Lage ist.

Eine andere besondere Qualität ist es aber auch mit Unterschieden integrativ umzugehen. Mit dem “fünften” oder besser “freien Element” aus dem Systemaufstellungen von Matthias Varga von Kibed und Ines Sparrer gibt es dafür ein sehr schönes Modell. (Das empfehlenswerte Buch dazu: “Ganz im Gegenteil”). Sie unterscheiden in ihren Tetralemmaaufstellungen grundlegend vier Bereiche: “Das Eine”, “das Andere”, “Weder noch” und “Sowohl als auch” als die vier basalen Möglichkeiten bei Entscheidungen. Es gibt aber besagte fünfte Möglichkeit, sie wird “All dies nicht und selbst das nicht” genannt und ist im Wesentlichen der Wechsel aus der Entscheidungsebene in der es nur die 4 Möglichkeiten gibt in eine Ebene die darüber liegt, eine “Metaebene”. Auf dieser wird alles anders. Es ist dazu ein neues Denken außerhalb der eigentlichen Fragestellung nötig. Der gordische Knoten, das Ei des Kolumbus oder Captain James T. Kirks Lösung seiner Abschlussprüfung in der Sternenflottenakademie sind dafür Beispiele.

Geht man diesen Weg der Integration nun weiter erreicht man an der Spitze wohl das was Buddhisten Nirvana oder Erleuchtung (Zen: Satori) nennen. Die Bewusstheit der Einheit von Allem, der Verlust aller Unterscheidungen. Für unser Leben ist es notwendig Unterscheidungen zu treffen, für ein “qualifiziertes Leben” sogar sehr viele. Um schlussendlich unser Leben zu transzedieren, um darüber hinaus zu gehen, als “fünftes Element des Lebens selbst” müssen wir diese alle wieder loslassen.

Auf dem Weg dorthin hilft es vielleicht sich vor Auge zu halten, dass es zu jeder Unterscheidung die wir treffen, eine andere gibt die mindestens genauso sinnvoll ist. Das Resultat nennt man Toleranz. Es ist nötig ein bisschen öfter: “Es kommt darauf an!” zu sagen.

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Nur eine einzige Begegnung..

„Ihr müsst an etwas Schönes, Wunderbares denken, und dann heben euch diese Gedanken daran in die Luft“, sagt Peter Pan und fliegt los.

Unser Gehirn enthält rund 100 Milliarden Nervenzellen. Jede von Ihnen ist mit ca. 100 anderen Nervenzellen verbunden. Also ist jede Zelle über rund 5 Stationen mit jeder anderen verknüpft. Rein mathematisch versteht sich, denn Die Vernetzung ist selektiv, also manche Bahnen sind gebräuchlicher als andere. Manche Verbindungen über die Zeit (durch Lernen) besser ausgebaut.

Auf dieser Welt gibt es gerundet 10 Milliarden Menschen. Über nur 5 Stationen haben wir Kontakt zu fast jedem anderen Menschen auf dieser Welt, wenn jeder einzelne nur 100 andere kennt. Rein mathematisch versteht sich, denn wir sind sehr selektiv mit unseren Bekanntschaften. Jede neue Bekanntschaft verbindet sie wieder mit vielen anderen.

Manchmal verändert eine Verbindung, eine Vernetzung, eine Bekanntschaft, eine synaptische Kopplung, eine Liebe …….alles.

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WOFÜR?



“Wer ein “Wofür” hat, erträgt fast jedes “Wie”!  Viktor Frankl

 

Philosophen haben diese Frage immer wieder öffentlich gestellt und Sie sich sicher auch. Wofür das alles? Das Aufstehen, Waschen, Zähneputzen, in die Arbeit oder die Schule gehen, einkaufen….Wofür?

Eine nahe Verwandte der Glücksforschung, die Motivationsforschung untersucht was uns Menschen antreibt. Diskussionen werden geführt was denn nun eine Grundmotivation ist und was nicht. Macht, Sicherheit, Autonomie, Kontakt, Prestige und einige andere werden genannt. Doch was dann? Was wenn sie mächtig, sicher, beliebt, autonom und seeeehhhhrrrrr wichtig sind? Was wenn sich diese Wünsche nicht als Ziel sondern nur als Mittel herausstellen? Als Mittel für einen anderen übergeordneten Wunsch, den Wunsch glücklich zu sein!

Wofür unterrichten wir denn unsere Kinder? Als ich jung (noch jünger) war, hörte ich oft: “Meine Kinder sollen es einmal besser haben als ich!”. Doch was war denn damit gemeint? Man meinte mit “besser haben” mehr haben, sich mehr leisten zu können. Mehr war also besser. Bildung ist nach wie vor ein Garant für mehr Einkommen. Wobei die Fähigkeiten, die die Wirtschaft heute fordert sehr selten in der Schule unterrichtet werden. Milliarden Euro werden in die Förderung von Soft- und Metaskills gesteckt. Kommunikations- und Konflikttrainings, Team- und Führungskräfteentwicklung sind nur ein paar jener Qualifikationen die die Wirtschaft aus ausschließlich egoistischen Gründen fordert. Gleichzeitig erleben wir in vielen Schulen eine Zunahme der Gewaltbereitschaft, wachsende Intoleranz, politisches Desinteresse. Schüler demonstrieren für freie Tage, für mich die Bankrotterklärung des Schulsystems. Lernen ist unerwünschte Pflicht geworden, Schulen immer öfter Zwangsanstalten und innovative und engagierte Lehrer und Direktoren zerschellen mit ihren Bemühungen an einem verkrusteten Schulsystem. Die völlige Reformresistenz wird uns oftmals auf der politischen Bühne vor Augen geführt.

Ganz Gallien? Nein, denn ein kleines Dorf leistet Widerstand! Das Projekt “Glück macht Schule” das im ersten Schritt mit drei Schulen in Wien, Burgenland und Kärnten in Zusammenarbeit mit dem KURIER und factor-happiness vom Verein Happy Health durchgeführt wird, bringt den Spaß am Lernen und mögliche Antworten auf die Fragen WOFÜR? und WIE? zurück in die Klassenzimmer. Ich hatte das Glück (im wahrsten Sinne des Wortes) an den “Happiness-Days” als Vortragender teilnehmen zu dürfen und Direktoren, Lehrer und Schüler zu erleben, die ein ganz anderes Bild von Schule gezeichnet haben als oben beschrieben. Fächerübergreifender Projektunterricht, unterstützendes Umfeld, Lehrer, Eltern und Schüler die an gemeinsamen Zielen gearbeitet haben und das sehr erfolgreich. Die teilnehmenden Schulen unterscheiden sich sehr stark, das Ergebnis in allen drei Schulen hat uns aber bestärkt weiterzumachen. Schüler und Lehrer berichten von höherem Einsatz, besserer Klassengemeinschaft, erreichten Lernzielen und vor allem Spaß daran! Mit Freude lese ich in verschiedenen Medien, dass wir hier nicht die einzigen sind. So gibt es ein erfolgreiches Projekt in Baden das unabhängig entstanden ist. Weiter so!

Denn der erste Schritt zum glücklichen Leben, als dem letzten Ziel menschlichen Handelns (Aristoteles) ist es, seine Wünsche und die Konsequenzen der möglichen Erfüllung derselben zu kennen, also zu wissen was wirklich glücklich macht. Damit kann man nicht früh genug beginnen. Schade dass es dafür keine Sponsoren oder andere Mittel zu diesem Zweck gibt.

Zum Abschluss ein paar Worte des Direktors aus Oberschützen im Burgenland. “Früher habe ich geglaubt Karriere und Erfolg sein wichtig und würden mich glücklich machen. Nach vielen Schmerzen und Rückenoperationen hat sich das verändert. Heute macht mich das Rauschen eines Baches glücklich, aber ich bin ja nur ein Laie.” Ist er nicht. Er ist Profi!

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Wen Gott strafen will...

“Wen Gott strafen will, dem erfüllt er seine Wünsche”

Eines Tages ging ich in Nussdorf spazieren. Es war im Herbst und die Bäume begannen die Blätter zu verlieren. Der Tag im Büro war schwer. Das Unternehmen, dass ich leite hatte Ausgleich angemeldet und viele Dinge entwickelten sich nicht so wie das geplant gewesen war. Eine der Banken mit der wir zusammen gearbeitet haben würde wohl meine Wohnung versteigern und der Ansprechpartner war keinem sinnvollen Vorschlag zugänglich. Alles in allem sah die Zukunft so trüb wie die Natur im November aus. Es ist nicht meine Art mit dem Schicksal zu hadern, doch in diesem fall machte ich eine Ausnahme. Ich begann ein Gespräch mit Gott. Eigentlich glaube ich nicht an Gott als alten, bärtigen Mann auf der Wolke, doch auch in diesem Fall machte ich wieder eine Ausnahme. Einem allumfassenden, kosmischen Bewusstsein kann man einfach nicht ordentlich Vorwürfe machen, da hilft eine Personalisierung doch weiter. Also konfrontierte ich den reifen Herrn (Die Vorstellung von Gott als attraktiver, junger Frau macht das nämlich auch nicht leichter) mit meinen depressionsfördernden Fragen: “Warum muss das alles immer mir passieren?” oder “Kann nicht irgendwann einmal etwas einfach nur funktionieren?”. Gott schaute mich nur mitleidig an. Erst auf den Wunsch “Kannst du diesen Kelch nicht an mir vorbeigehen lassen?” reagierte er. Wahrscheinlich weil ihn das an irgendeine alte Geschichte erinnerte und diesmal antwortete er mir: “Das kann ich! Willst du das wirklich?”. Der Alte ist ja wirklich ein gerissener Hund! Wir kennen einander mittlerweile ja sehr gut. Ich verstehe nicht immer was er so treibt und vor allem verstehe ich meistens seine Absichten nicht. Er macht das ja auch schon länger als ich, so wusste er was ich nach einer langen Denkpause antworten musste. Denn ich wollte es natürlich nicht. Also grinsten wir uns einfach an und ich tat wie bisher was ich glaubte tun zu können.

Der erste und wichtigste Schritt um glücklich zu sein ist es meines Erachtens nach tatsächlich zu wissen was wir uns wünschen. Wir leben in einer Welt in der uns laufend weisgemacht wird was wir alles brauchen. Das Ziel der Werbung muss es sein uns unglücklich zu machen, uns einzureden um glücklich zu sein benötigen wir etwas was wir nicht haben und vor allem etwas das man kaufen kann.

Der aktuelle Stand der Glücksforschung sagt dass die äußeren Umstände in unserem Leben (zu denen alle “kaufbaren” Dinge gehören) gerade einmal ca. 10% ausmachen. 50% sind genetisch vorbestimmt (Man spricht hier vom “set-point of happiness, doch davon ein anderes mal mehr) und die restlichen 40% liegen an unseren Einstellungen und sind daher von uns veränderbar.

Was würden Sie denn der Fee antworten, die ihnen 3 Wünsche gewährt? Würde es sie WIRKLICH glücklich machen?

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Glück - Eine Unterscheidung

Ein Vorschlag zur einfacheren Handhabung dieses unhandlichen Begriffs, unterscheiden wir ein paar unterschiedliche Glücksarten. Lassen wir dabei das “Zufallsglück” einmal weg.

Jede Unterscheidung ist natürlich völlig subjektiv und es lassen sich wohl Millionen andere treffen, trotzdem möchte ich als Erklärungsmodell folgende vorschlagen:

    Glück 1.Stufe     Happiness              Glück als positives Gefühl
    Glück 2.Stufe     Well-being             Glück als kognitives Produkt
    Glück 3. Stufe    Das gute Leben     Glück als richtige Lebensorientierung

    

Man will wohl auf keine der Dimensionen verzichten. Ein Leben das einen der drei Aspekte überbetont ist aus der Balance und nicht lebenswert. Auch wenn wir in den Himmel kommen wenn wir das Glück erster Stufe missachten und ein Schwergewicht auf das Glück der dritten Stufe legen wird unsere Existenz schal und leer. Stellen Sie sich mal vor wie ein Leben ohne Bier nach einem Fußballspiel, Sex mit einem geliebten Wesen, einer Tafel Schokolade oder diesen teuflisch geilen Manolos wäre. Zuviel davon führt zur hedonischen Anpassung, zum Grenzertrag des Glücks und macht darüberhinaus fett! Die zweite Tafel Schokolade ist einfach nicht genau so gut wie die erste und fragen sie einmal die meisten Männer wie es um das zweite mal Sex steht, da steht dann oft gar nichts. Das Schlaraffenland war nie ein Ort des Wohlbefindens.

Problematisch ist nur, dass sich diese Ziele oft widersprechen. Wie auf einem Drahtseil durchqueren wir unsere Lebenszeit. Erfreulich nur, dass wenn wir uns einmal zu sehr auf eine Seite verführen ließen uns nichts daran hindert, den „mittleren Weg“ wiederzufinden, sobald der Kater nachgelassen hat. Platon (428/427 v. Chr. bis 348/347 v. Chr.) beschreibt schon die drei Teile die zum Glück nötig sind: Die Vernunft, den Willen und das Begehren. Ein Mensch ist nur dann glücklich, wenn alle drei Seelenteile im Gleichgewicht sind, und miteinander befreundet sind, das heißt, sich nicht widersprechen. Wenn man will kann man diese drei den drei Glücksebenen zuordnen.

Dazu noch eine Bemerkung zur Ehrenrettung meines Lieblingsphilosophen der mit dem Begriff Glück wohl für immer verbunden ist.

Epikur (341-270 v. Chr.) ist einer der am häufigsten – oft auch absichtlich – missverstandenen antiken Autoren. Im Zentrum seines Denkens steht die Frage: Worauf beruht die Glückseligkeit des Weisen? Epikur antwortet: Indem er sein Leben nach Regeln ordnet, die ihn von Furcht – der Furcht vor den Göttern ebenso wie der Furcht vor dem Tode -, Begierde und Schmerz befreien. Epikurs Lustbegriff führt also nicht, wie häufig behauptet wurde, zu jeder Art von Schlemmerei, zu Egoismus und Ausschweifung, sondern zu einem maßvollen Leben. Epikur wusste auch dass es für Glück nicht reicht nicht unglücklich zu sein.

So nimmt er in einem Satz schon viele Erkenntnisse der Glücksforschung vorweg: „Ich wüsste nicht, was ich mir überhaupt noch als ein Gut vorstellen kann, wenn ich mir die Lust am Essen und Trinken wegdenke, wenn ich die Liebesgenüsse verabschiede und wenn ich nicht mehr meine Freude haben soll an dem Anhören von Musik und dem Anschauen schöner Kunstgestaltungen.“. Schon vor über 2000 Jahren wussten die Menschen was Glück ausmacht.

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Paradoxien


Ich mag Buddha ja. In einer winzigen Angelegenheit sind wir uns trotzdem nicht einig und ich weiß genau das würde ihm viel Spaß machen. Im Gegensatz zu so vielen anderen, die erklären die Wahrheit (natürlich die einzige) zu besitzen, war er doch etwas bescheidener. Möglicherweise war er auch nur so von dem überzeugt was er glaubte, dass er das Risiko eingehen konnte, auch kritische Geister aufzufordern “Find es doch selber raus! Prüfe meine Schriften und glaub nichts was ich sage!”. Alleine die Auswirkungen auf das moderne Management wären revolutionär. Oder überlegen Sie die Möglichkeiten in der Erziehung. Statt “Solange du deine Füße unter meinem  Tisch hast passiert in meinem Haus das was ICH sage!”, die Möglichkeit der eigenen Erfahrung. Das Vertrauen in den Schützling, selber zu lernen, vielleicht auch ja gerade durch diese Freiheit die perverse Option zu haben auf das zu hören was Vater und Mutter sagen.

Nur diese eine Sache von Buddha ist doch ein klein wenig neurotisch. “Alles Leben ist Leiden!” Irgendwie ein armer Hund wer sowas glaubt. Heute würde man ihn wohl als depressiv diagnostizieren. Dann noch das Kind mit dem Bade ausschütten und gleich die EINE Begründung für das Leiden postulieren, nämlich das Begehren. Wenn ich mal wieder gegen die Tischkante laufe, weil ich einfach nicht achtsam genug bin, leide ich ohne begehrt zu haben. Begehren oder auch wünschen, ausgedrückt im “ich will…” oder “Ich hätte gerne…” sind meines Erachtens genau das was unsere Menschlichkeit ausmacht. Ziele und Visionen treiben uns an und wenn klug gewählt, sind sie Ursachen unseres Glücks.

Andererseits ist eine der Beschreibungen von Glück “Zufriedenheit”. Wie kann es denn Wünsche, Begierden und Sehnsüchte geben, die unerfüllt sein müssen und trotzdem eine Zufriedenheit die unserer Seele Ruhe gibt. Ich bewundere Menschen die so sehr in sich ruhen, dass sie alles Wollen vergessen haben. Ich WILL wachsen, mich weiterentwickeln, ja sogar den Jackpot im Lotto obwohl ich weiß dass Geld nicht der Weg zum Glück ist. Genau das will ich glücklich sein. Ich weiß dass das kein dauerhafter Zustand ist. Man findet das Glück nicht um es dann zu haben. Man erlebt es jeden Tag neu und jeden Tag anders und man muss dafür handeln, das Richtige tun. Man kann trotzdem zufrieden sein. Eine der vielen Paradoxien des Lebens. Mit all diesen umzugehen ist wohl Weisheit.

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Alles sehr kompliziert

Ein österreichischer Bundeskanzler hat gerne gesagt, dass alles so kompliziert sei. Tatsächlich erkennen wir langsam wie komplex Zusammenhänge sein können. Die Qualifikation der Stunde ist „vernetztes Denken“ und der Butterfly-Effekt ist jedem bekannt. Auf subatomarer-Ebene ist nichts mehr fix und auch so weiß man nichts Genaues, außer, dass nun doch alles irgendwie verbunden ist. Angefangen hat alles mit dem dreimalvermaledeiten Heisenberg. „Unschärfe“! Was soll denn das sein? Ist das blöde Teilchen jetzt dort oder nicht! Was ist denn das für eine Wissenschaft die auf solche einfachen Fragen nicht nur mit einem „Vielleicht!“ antwortet sondern auch behauptet dass NIEMAND das wissen kann. Trotzdem! Keine Angst! Auch wenn das mit den Teilchen ja nur wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist, was bedeutet das schon. Ein paar Gehirnwichser bei der Arbeit. Wir, die wir mit beiden Beinen im Leben stehen hätten ja schon Einstein nicht gebraucht. Newton mit seinem Apfel hätte für uns doch eigentlich ausgereicht, oder? Naja angeblich gibt es schon ein paar praktische Dinge für die wir zumindest Einstein brauchen, GPS und so…naja soll ja so sein.

Auch wenn wir es also im subatomaren Bereich nicht so genau wissen, so predigen uns die neuen Apostel der Omnipotenz, dass gerade deswegen für uns Menschen alles möglich ist. Wir senden unsere Wünsche einfach ans Universum oder an Gott oder wer sonst gerade Dienst hat und wenn unser Denken und die Struktur unserer Wünsche stimmen, wir uns das Richtige auf die richtige Art wünschen oder bestellen, eilt das Schicksal herbei und belohnt uns mit dem Gegenstand unserer Begehrlichkeit. Klappt nicht? Blöd! Falsch gewünscht, probier es weiter nachdem du dir das neueste Buch des neuesten Apostels geholt hast.

Dabei ist es doch in Wirklichkeit ganz einfach. Du musst nur im richtigen Moment das Richtige tun. Das ist alles. Die letzte Wahrheit über die Welt und unser Leben. Ok, das ist jetzt nicht zu 100% auf meinem Mist gewachsen. Da waren ein paar wirklich „Großkopferte“ schon vor mir dran und ich muss sagen, nicht die Dümmsten. Siddharta Gautama spricht vom „8-fachen Pfad“ zur Erleuchtung. Er hat es halt noch ein bisschen komplizierter gesehen, aber die Parallelen sind unübersehbar. Er nennt die 8 Regeln:

  1. Rechte Erkenntnis
  2. Rechte Gesinnung
  3. Rechte Rede
  4. Rechtes Handeln
  5. Rechter Lebenserwerb
  6. Rechtes Streben bzw. rechte Anstrengung
  7. Rechte Achtsamkeit
  8. Rechtes Sich versenken bzw. rechte Sammlung


Ich finde ja, dass wir hier in alter Dalli-Dalli-Manier (Eine Fernsehsendung mit einem hüpfenden Männchen in den 70er-Jahren) für Doppelantworten Punkte abziehen müssen. Wie sollte man es denn schaffen mit rechtem Handeln unrechten Broterwerb zu bewerkstelligen. Na egal. Jedenfalls ein schlauer Kopf dieser Buddha, nur auch wenig konkret, obwohl er aus meinem Satz gleich acht macht. Sokrates und nach ihm Platon und Aristoteles auf der anderen Seite der Erdkugel fast zur selben Zeit kommen auf ähnliche Ideen, so ist „das rechte Leben“ das Ziel allen Seins, nur worin das genau liegt sind sich die Kollegen uneins.

Einmal ehrlich! Sie und ich wissen doch was „das Richtige“ ist, oder? Irgendwie ist das wie bei meinem Spezialthema „Glück“. Viele Menschen aus unterschiedlichen Bereichen mühen sich ab Definitionen zu finden, was das denn nun eigentlich sei. Sie lieber Leser und ich wissen das doch längst. Sie können die Frage „Sind sie glücklich?“ beantworten, obwohl das eine wirklich, wirklich schwierige Frage ist. Sie können auch sagen was sie glücklich macht. (Also, eigentlich können sie das wahrscheinlich nicht, dazu hat man uns lange genug Blödsinn eingeredet, aber sie glauben es und mit ein bisschen echtem Nachdenken bringen wir das hin.) Wozu also der Aufwand? Sie und ich kennen also das Richtige. Ich persönlich glaube ja, dass das die Anderen auch alle kennen. Ich weiß von mir, dass ich sehr oft, viel zu oft zwar weiß was das Richtige ist, nur tue ich es dann nicht. Das ist eine der vielen Paradoxien des Lebens.

Weisheit ist es wohl, Dinge zu tun, obwohl wir wissen dass sie richtig sind.

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Italien hat gewählt..

Jedes Land kriegt die Regierung die es verdient. Italien nicht einmal das. Auch wenn dort nur offensichtlicher ist was es auch bei uns gibt, nämlich zwei Komiker haben zusammen eine absolute Mehrheit, einer davon ist als Draufgabe korrupt.

 

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